• Demokurs Energieberatung

    Wie soll man Gebäude planen, damit sie alle wichtigen Anforderungen erfüllen, heute und auch in der Zukunft? Wie geht man da vor?
     
    1. Anforderungen klären und Planungsziele festlegen (Verantwortung der Bauherrschaft).
    2. Standortanalyse und Ansprüche der späteren Nutzer eruieren.
    3. Geeignetes Gebäudekonzept wählen und ausarbeiten. 

    Die Planungsziele und das Gebäudekonzept werden mit Hilfe integraler Planung entwickelt (Mehr dazu im e-Learning klimaaktiv Gebäudedeklaration). 

     
    Nearly Zero Energy Building - dieses Planungsziel steht mit der europäischen Gebäuderichtlinie fest. Die Frage, auf welche Weise ein Haus nahezu null Energie für die Beheizung benötigen oder sogar Energieüberschüsse produzieren kann, wird mit unterschiedlichen Gebäudekonzepten beantwortet. 
    NEU: Die "Smartness" des Gebäudes wird in Zukunft nach vorliegenden Informationen mit einem Indikator bewertet werden. Dieser soll u.a. den Betrieb auf die "erneuerbare" Energie-Infrastruktur besser abstimmen, Stichwort netzdienliche Gebäude (BPIE, pdf)

      

    Nachhaltige Gebäudekonzepte können dargestellt werden als Kombination von:

    • Gebäudetyp (Wohn-/Nichtwohngebäude, Block, Riegel, Pavillon, Reihenhaus, Einfamilienhaus ...)
    • Energiestandard (Mindeststandard OIB, Nationaler Plan 2020, Passivhaus nach PHI; Sonnenhaus, Plusenergie, Energieautarkes Haus (für klare Definition sorgen!))
    • Bauweise (z.B. Ziegel-, Beton-, Holz-, Mischbauweisen)
    • Gebäudetechnik
      • Energiebereitstellung z.B. Pellets, Umgebungswärme mittels Wärmepumpe, Solarwärme, Photovoltaik, Nah-/Fernwärme
      • Energiespeicherung und Verteilung z.B. Bauteilaktivierung, Erd-/Wasser-/Batteriespeicher, Flächenheizung, Radiatorenheizung
      • Frischluftkonzept: z.B. Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, Abluftsystem mit Zuluftöffnungen ohne Wärmerückgewinnung
      • Sommertauglichkeit: Nachweis bzw. Kühlungssystem

      

    Die Bewertung der Nachhaltigkeit umfasst idealerweise den gesamten Lebenszyklus: Herstellung der Baustoffe, Bauphase, Betrieb des Gebäudes und Rückbau (Abriss) → Abbildung. Mit Kennzahlen (HWB, PEB, CO2, fGEEOI3-Index) werden Gebäude z.B. in einer klimaaktiv Deklaration bewertet. Die Frage, "zahlt sich der Herstellungsaufwand z.B. für mehr Dämmung ökologisch und wirtschaftlich aus?" kann damit im Einzelfall beantwortet werden. 

       

    Welches ist das beste Gebäudekonzept? Wenig überraschend kam eine breit angelegte Studie zum Ergebnis: Es gibt kein allgemein überlegenes Gebäudekonzept. Wesentlich wirkt sich der Energiestandard auf das Ergebnis im Lebenszyklus aus: https://nachhaltigwirtschaften.at/.  
     
    Den größten Innovationsschub hat das Passivhaus gebracht, die Beschäftigung mit dieser konsequenten Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses lohnt sich daher besonders.
    → Wussten Sie wie das Kostensparen zum Passivhaus geführt hat?
    → übersichtliche Wissensdatenbank Passipedia;
    → versuchen Sie zum Passivhaus auch unseren Lernquiz!
       
    Gebäudedeklarationen wie klimaaktiv, TQB, ÖGNI etc. sind kein Gebäudekonzept, sie ermöglichen aber eine Beurteilung und Optimierung von Gebäudekonzepten.
    • Die gute Planung der Haustechnik zeigt sich im Energieausweis mit niedrigen Kennwerten für PEB, CO2 und fGEE.
    • Die gute Ausführung und Einregulierung zeigt sich durch Messungen und einen Energieverbrauch, der nahe an den erwarteten Werten liegt. 

    → E-learning zur Deklaration des klimaaktiv Gebäudestandards: www.klimaaktiv-elearning.at/Lernplattform/course/view.php?id=34

    Weiterführende Unterlagen und Lernquiz: